Berufe der ICT 42 Informatik-Berufsbilder und die notwendigen Kompetenzen

Geleitwort von Bundesrat Johann N. Schneider Ammann

Von Null auf ein umfassendes Informatik-Ausbildungsangebot

Foto Bundesrat Johann Schneider-Ammann

Berufe wandeln sich, passen sich neuen Gegebenheiten an und gelegentlich machen sie neuen Funktionen Platz, weil sich die Nachfrage völlig verändert hat. Entsprechend entstehen neue Ausbildungs- und Arbeitsangebote, sogar neue Berufskategorien. Einmalig und beispielhaft möchte ich hier hervorstreichen, was im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien abgelaufen ist: Innerhalb von wenigen Jahrzehnten ist aus dem Schreibmaschinenmechaniker ein Informatiker geworden und es entstand ein riesiges Angebot von Informatikberufen, das völlig neue Tätigkeitsbereiche abzudecken hat. Wohl keine andere Berufsgattung erlebte in so kurzer Zeit eine vergleichbare Entwicklung und baute das Angebot von Null auf branchenübergreifend aus.

Eine rasch wachsende Gemeinschaft von Selfmade-Leuten bildete die erste Generation von Informatikern. Diese «Spezialisten» der ersten Stunde waren in anderen Berufen gross geworden und kamen über das Prinzip «learning by doing» zu einem völlig neuen Beruf. Solche Quereinsteiger gab es in Dienstleistungsunternehmen, in der Industrie und natürlich auch in der Verwaltung. Inzwischen verfügt die grosse Mehrheit der Bevölkerung über Basiskenntnisse in Informatik und nur eine verschwindend kleine Minderheit entzieht sich noch den Informationstechnologien. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl stehen in unserem Land mehr Computer im Einsatz als in jedem andern europäischen Land.

Mit den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien sind ebenfalls in kürzester Zeit vielfältige Ausbildungsangebote entwickelt worden: Teilweise noch junge Berufe wie Informatiker/in, Mediamatiker/in, Telematiker/in oder Detailhandelsangestellte/r Multimedia sowie branchenspezifische Weiterbildungsangebote sind zunehmend gefragt und beliebt. In der Berufsbildung und in der tertiären Bildung sind die Lehrgänge laufend den Bedürfnissen in Wissenschaft und Wirtschaft angepasst worden und nicht mehr aus dem Ausbildungsangebot wegzudenken.

Den besten Überblick über das grosse Angebot vermittelt zweifellos das Nachschlagewerk, das Sie in den Händen halten: «Berufe der ICT – Informations- und Kommunikationstechnologien». Es informiert über die faszinierenden und spannenden Informatik-Karrieren. Mehr noch, das Handbuch von swissICT, dem führenden Branchenverband der Informations- und Kommunikationsbranche, vermittelt den Stellenanbietern eine Übersicht darüber, was sie von den Informatikfachleuten je nach Aus- und Weiterbildung erwarten können. Das trägt zur Vereinheitlichung der Berufsbilder bei.

Ohne ICT geht es heute nicht mehr. Deshalb ist es sehr wichtig, dass wir dafür sorgen, dass es genug gut ausgebildete Fachleute von hohem Niveau für die Informations- und Kommunikationstechnologien gibt. Gemeinsam mit der Branche wird mein Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) alles daran setzen, dass der Informatik-Bereich in der Schweiz ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und ein attraktives Tätigkeitsfeld bleibt.

Johann N. Schneider-Ammann, Bundesrat

 

Seite 3, 4 | Seite 5 im Buch | Seite 6