Berufe der ICT 42 Informatik-Berufsbilder und die notwendigen Kompetenzen

3.1 Der Arbeitsmarkt

3 Aus- und Weiterbildung

3.1 Der Arbeitsmarkt

Die ICT-Branche verändert sich nach wie vor sehr schnell. Modernste Entwicklungen führen zu immer höheren Qualifikationsansprüchen an ICT-Spezialistinnen und Spezialisten.

Die Chancen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt sind für gut ausgebildete Fachleute nach wie vor sehr gut, denn die ICT-Branche leidet gemäss neusten Studien unter einem ausgeprägten Fachkräftemangel mit steigender Tendenz.

Das ist eine fatale Entwicklung, weil sie unsere hoch entwickelte Volkswirtschaft an einem empfindlichen Punkt der Wertschöpfung trifft. Es ist daher unabdingbar, dass mehr junge Menschen für eine ICT-Ausbildung begeistert werden, dass Firmen motiviert werden, ihr Ausbildungsangebot zu verstärken und dass der Bevölkerung die enorme Bedeutung der ICT-Branche bewusst wird.

Wir alle, die wir bereits im ICT-Umfeld tätig sind, wissen um die spannenden und bereichernden Herausforderungen unserer Branche und um die Tatsache, dass die ICT besonders für die Schweiz eine Schlüsseltechnologie ist.

Das Umfeld der Informatik hat sich in den letzten Jahren insofern geändert, als die Komplexität der ICT-Lösungen und die Anforderungen an deren Entwicklung gestiegen sind. Die Innovationszyklen haben sich beschleunigt und befinden sich heute in einem steten Wandel. Nebst der technischen Problemlösung, der wirtschaftlichen Orientierung sowie der organisatorischen Unterstützung liegt die grosse Herausforderung in der kommunikativen Projektbewältigung.

Trotz der grossen technologischen Beschleunigung bleiben die konzeptionellen Aufgaben und Tätigkeiten zum grossen Teil unverändert. Damit wird klar, wie gross die Bedeutung einer fundierten, konzeptionellen und methodischen Grundlage für eine ICT-Berufstätigkeit ist.

Ausbildung

In der Schweiz werden auf allen Stufen zu wenig Informatikerinnen und Informatiker ausgebildet. Die Bildungsangebote sind in genügender Zahl und Differenzierung vorhanden. Was häufig fehlt, sind Kenntnisse der sich Aus- und Weiterbildenden über die Bildungswege und deren Stellenwert.
Informatikerinnen und Informatiker mit beruflicher Erfahrung und einem starken Bildungshintergrund sind äusserst gesuchte Fach- und Führungskräfte in der Wirtschaft. Trotzdem, und in paradoxem Widerspruch dazu, ist die Zahl der Berufsbildungswilligen in der Informatik ungenügend.

«Lifelong Learning»

Um in diesem anspruchsvollen und äusserst spannenden Umfeld erfolgreich bestehen zu können, ist eine ständige Weiterbildung ein absolutes Muss. Der Ausbildungsaufwand lohnt sich aber auf jeden Fall.

Zwar gilt für das stets im Wandel befindliche Gebiet der ICT, dass ein grosser Teil der Kompetenzen sich auf langlebiges Konzeptwissen abstützt. Die Anforderung, beruflich up to date zu bleiben und zu den Informatik-Kompetenzen hinzu auch auf anderen Gebieten (z.B. Betriebswirtschaft, Projektmanagement, verhaltensorientierte Kompetenzen) sich stetig weiterzubilden, bleibt jedoch ein Muss. Wer erfolgreich sein will, muss in Bildung investieren. Dass die Informatik immer komplexer wird und die Anforderungen rasch steigen, ist nicht zu bestreiten. Entsprechend steigen auch die Anforderungen an die Skills laufend. Weiterbildung ist also eine Investition in den Erfolg von morgen.

Die Auswahl an Weiterbildungsmöglichkeiten ist auch auf der tertiären und quartären Stufe der Weiterbildung aus berufsorientierter Optik äusserst reichhaltig. Zu den traditionellen Ausbildungsangeboten hinzugekommen sind in letzter Zeit vor allem die vielfältigen Angebote  im Nachdiplomstudienbereich.

Fazit

Die Informatik ist ein dynamisches Berufsfeld, das sich weiterhin rasch entwickeln wird. Es bietet beste Aussichten auf interessante Fach- und Führungslaufbahnen. Die Zeiten für eine Karriere in der Informatik sind ausnehmend günstig und versprechen neben spannender Berufsarbeit die Ernte überdurchschnittlicher Bildungsrenditen für gewissenhafte «Bildungsinvestoren». 

Dazu das Geleitwort "Viele Wegeführen zum Erfolg!" von Josef Widmer, Stv. Dir. Staatssekr. für Bildung, Forschung und Innovation, Seite 29 im Buch.